Diashow aus alten Dias erstellen: am Fernseher, PC und Handy
Der einfachste Weg führt über einen USB-Stick. Welche Dateien Fernseher wirklich lesen, warum TIFF scheitert, was gratis geht und was Sie bei Musik und Format beachten sollten.
Von der Redaktion · Aktualisiert am
Kurz gesagt
Am einfachsten geht es ohne Programm: JPEG-Dateien in Ordnern mit höchstens 1.000 Bildern auf einen USB-Stick kopieren und am Fernseher starten. Ein Scan ab rund 10 Megapixeln füllt auch einen 4K-Bildschirm. Für eine fertige Show mit Text und Musik exportiert Clipchamp kostenlos in 1080p. TIFF-Dateien sollten Sie vorher in JPEG umwandeln.
Wir haben diese Wege noch nicht an eigenen Fernsehern ausprobiert. Die Angaben stammen aus den Handbüchern der Hersteller, die Rechnungen von uns. Fernseher verhalten sich unterschiedlich, deshalb ist unser wichtigster Tipp: Testen Sie mit fünf Bildern, bevor die Familie kommt.
Welcher Weg passt zu Ihnen?
| Weg | Am besten für | Kosten | Haken |
|---|---|---|---|
| USB-Stick am Fernseher | Alle mit Smart-TV | Stick | Wenig Einstellungen, jedes Modell anders |
| Video (MP4) mit Programm | Text, Musik, zum Verschicken | Oft gratis | Arbeit, meist nur 1080p |
| Fotos in der Cloud, Chromecast oder Apple TV | Laufend neue Bilder | Speicherplatz | Konto, Auswahl teils automatisch |
| PC per HDMI | Volle Kontrolle | Kabel | Rechner im Wohnzimmer |
| DVD | Verwandte ohne Smart-TV | Rohling, Laufwerk | Sehr geringe Auflösung |
Laut Statistischem Bundesamt hatten 2024 rund 67 Prozent der Haushalte in Deutschland ein Smart-TV und 46,9 Prozent ein DVD- oder Blu-ray-Gerät. Für die meisten dürfte der Stick also der einfachste Weg sein.
Der USB-Stick: was Fernseher wirklich lesen
Format. JPEG steht bei allen Herstellern auf der Liste, deren Angaben wir gelesen haben: Samsung, LG und Philips. TIFF steht auf keiner. Haben Sie TIFF bestellt, weil es als Archivformat gilt, brauchen Sie für den Fernseher JPEG-Kopien. Warum wir für Familien ohnehin JPEG empfehlen, steht unter JPEG oder TIFF?.
Größe. Die Grenzen liegen weit über üblichen Scans. Samsung nennt für JPEG je nach System 15.360 × 8.640 Pixel oder mehr. Eine Falle gibt es: Ein LG-Handbuch erlaubt normale JPEGs bis 15.360 × 8.640 Pixel, progressive aber nur bis 1.920 × 1.440. Das Handbuch gehört zu einer Profi-Serie, aber auch bei anderen Modellen lohnt die Vorsicht. Zeigt der Fernseher ein Bild nicht, kann das daran liegen und nicht am Stick. Speichern Sie im Zweifel neu als normales JPEG.
Anzahl. Samsung nennt im S90D-Handbuch von 2024 höchstens 1.000 Dateien pro Ordner, und ab rund 8.000 Dateien und Ordnern seien manche nicht mehr erreichbar. Bei Full-HD-Modellen liegt diese Grenze laut Samsung bei rund 4.000. Die anderen Hersteller nennen keine Zahl. Eine Sammlung von 5.000 Dias gehört also nach Jahren oder Kästen in Unterordner, und das lohnt sich ohnehin. Wie Sie das anlegen, zeigt der Ratgeber Fotos sortieren.
Dateisystem. FAT32 ist der gemeinsame Nenner. Samsung nennt FAT, exFAT und NTFS, LG FAT32 und NTFS mit Sticks bis 32 GB, Philips FAT16, FAT32 und NTFS, Sony FAT32, exFAT und NTFS. Samsung rät außerdem von USB-Hubs ab. Nutzen Sie also einen eigenen Stick ohne Sonstiges.
Unser Rezept, aus diesen Angaben zusammengesetzt:
- Stick mit FAT32 formatieren, bei Bedarf bis 32 GB.
- Nur JPEG, normal gespeichert (nicht „progressiv“), am besten in sRGB.
- Pro Ordner höchstens 1.000 Bilder, Namen ohne Umlaute.
- Am Samsung-Fernseher über die Quellenauswahl starten, bei LG über Input und den Media Player. Bei anderen Marken steht es im Handbuch.
- Vorher mit 5 Bildern testen: Hochformat, Querformat, ein alter und ein neuer Scan.
Das Format: Warum links und rechts schwarze Balken sind
Dias haben das Seitenverhältnis 3:2, Fernseher 16:9. Unsere Rechnung:
| So zeigen Sie ein Querformat-Dia | Ergebnis |
|---|---|
| Ganz zeigen | Füllt 84,4 % der Breite, links und rechts je 7,8 % schwarz |
| Bildschirm füllen | Oben und unten fehlen 15,6 % des Bildes |
| Hochformat ganz zeigen | Nur 37,5 % der Breite |
| Hochformat füllen | 62,5 % des Bildes fehlen |
Lassen Sie die Balken stehen. Sie sind kein Fehler. Beim Füllen schneidet der Fernseher zuerst den oberen Bildrand weg, und auf alten Familienfotos sind dort oft die Köpfe. Quadratische Instamatic-Dias nutzen 56,3 Prozent der Breite, das ist ebenfalls normal.
Wie viele Pixel braucht ein Fernseher?
Weniger als ein Fotobuch. Nach unserer Rechnung für 3:2-Bilder:
| Scan | Pixel | Auf Full HD | Auf 4K |
|---|---|---|---|
| 1,6 MP | 1.549 × 1.033 | Fast ausreichend, Höhe zu 96 % | Muss stark hochgerechnet werden |
| 9,8 MP | 3.834 × 2.556 | Mehr als genug | Reicht auch zum Füllen |
| 17 MP | 5.050 × 3.367 | Mehr als genug | Mehr als genug |
| 24 MP | 6.000 × 4.000 | Mehr als genug | Mehr als genug |
Mehr Pixel als nötig schaden nicht, der Fernseher rechnet sie herunter. Ob ein Scan gut aussieht, hängt aber auch von Korn und Schärfe des Dias ab, nicht nur von der Pixelzahl. Einen Vergleich der Scans bietet der Ratgeber Welche Auflösung für Dias?. Sie möchten die Bilder lieber drucken? Dafür brauchen Sie mehr, siehe Fotobuch aus Dias.
Eine fertige Show mit Programmen
Wollen Sie Text, Reihenfolge und Musik festlegen oder die Show verschicken, wird ein Video daraus. Fertig gerechnete MP4-Dateien spielen auch Fernseher vom Stick, soweit das Format passt.
| Programm | Kosten | Ergebnis | Zu beachten |
|---|---|---|---|
| Clipchamp | Gratis mit Microsoft-Konto | Bis 1080p, kein Wasserzeichen | 4K nur mit Premium |
| Apple Fotos am Mac | Enthalten | Diashow als Film bis 1080p | Kein 4K für Diashows genannt |
| PowerPoint | Office-Lizenz | MP4 bis 4K, 5 Sekunden pro Folie voreingestellt | Export kann Stunden dauern |
| IrfanView | Gratis für private Nutzung | Diashow direkt am PC | Unter Windows |
| Google Fotos | Gratis mit Konto, 15 GB | Kurzes Highlight-Video | Download und Auflösung nicht belegt |
Ein 4K-Fernseher und ein Video in 1080p: Das rechnet der Fernseher hoch. Direkt vom Stick angezeigte JPEGs können deshalb mehr Details zeigen. Das ist eine Überlegung von uns, kein Test. Bei Windows beachten Sie: Die neue Fotos-App verweist für Video auf Clipchamp.
Die Cloud auf dem Fernseher. Das geht gut für laufend wachsende Sammlungen, mit zwei Haken bei alten Bildern. Bei Chromecast-Geräten nimmt Google laut eigener Aussage „objektiv schlechte“ Fotos heraus, außer Sie stellen auf „Live albums only“ um. Beim Abspielen per Sprache entfernt Google Duplikate und Fotos geringerer Qualität. Ob das verblasste Dias trifft, sagt Google nicht. Prüfen Sie es. Und „Speicherplatz sparen“ verkleinert Fotos über 16 Megapixel. Für den Fernseher ist das egal, als einzige Kopie nicht. Auf dem Apple TV stellen Sie Thema, Zeit und Übergang direkt in der Diashow ein.
Wie lange pro Bild und wie viele?
Eine Studie, die eine ideale Sekundenzahl nennt, haben wir nicht gefunden. Die 5 Sekunden stammen aus den Voreinstellungen bei Google und PowerPoint, nicht aus der Forschung. Bei alten Familienbildern setzen wir eher auf 8 Sekunden oder auf Weiterschalten von Hand, denn die Leute wollen dazu erzählen. Eine Untersuchung der HKUST Guangzhou von 2024 mit 20 älteren Menschen in China passt dazu: Die Teilnehmenden wollten Bilder einzeln ansehen und wünschten sich ein automatisches Abspielen, das sich anhalten lässt. Das lässt sich nicht einfach auf Deutschland übertragen, ist aber ein guter Hinweis.
| Dias | 5 Sekunden | 8 Sekunden | 10 Sekunden |
|---|---|---|---|
| 36 | 3 Minuten | 5 Minuten | 6 Minuten |
| 50 | 4 Minuten | 7 Minuten | 8 Minuten |
| 100 | 8 Minuten | 13 Minuten | 17 Minuten |
| 140 | 12 Minuten | 19 Minuten | 23 Minuten |
Unser Vorschlag ist deshalb, nur eine Auswahl zu zeigen. Stellen Sie lieber 50 Bilder in 7 Minuten zusammen als 2.000 in vier Stunden. Bei der Auswahl der Dias zählt, was Erinnerungen weckt, nicht was technisch perfekt ist.
Text gut lesbar machen. Eine Regel für Bildunterschriften am Fernseher haben wir nicht gefunden. Die US-Gesundheitsbehörde ODPHP empfiehlt älteren Menschen im Web 14 Punkt. Auf einen 55-Zoll-Full-HD-Fernseher in 3 Metern übertragen wären das nach unserer Schätzung rund 58 Pixel Schrifthöhe, gut 5 Prozent der Bildhöhe. Eine Idee von uns: Die schwarzen Balken neben dem Dia sind freier Platz für Jahr und Ort. So überdeckt nichts das Bild.
Darf Musik dazu?
Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
Im Wohnzimmer. Für eine private Feier brauchen Sie laut GEMA keine Lizenz. Auch Stiftung Warentest (2025) nennt den Geburtstag mit Freunden privat. Öffentlich wird es, wenn Menschen ohne persönliche Beziehung kommen können. Vorsicht beim Vereinsabend oder im Seniorenheim: GEMA zählt selbst die Firmen-Weihnachtsfeier mit geladenen Gästen als öffentlich.
Auf YouTube. Für private Uploads brauchen Sie laut GEMA keine eigene GEMA-Lizenz. Aber lesen Sie weiter: Bei bestehenden Aufnahmen brauchen Sie zusätzlich die Leistungsschutzrechte von Interpreten und Tonträgerherstellern. Auf der sicheren Seite sind Sie mit Musik, an der Sie Rechte haben, oder mit der lizenzierten Bibliothek der Plattform. In der Schweiz braucht laut SUISA eine Lizenz, wer Musik außerhalb des privaten Kreises nutzt. Die Rechte an den Fotos und an den abgebildeten Personen sind dabei eine eigene Frage.
Und die DVD?
Eine PAL-DVD hat höchstens 720 × 576 Pixel. Für ein 3:2-Dia bleiben rund 0,37 Megapixel. Von einem Scan mit 24 Megapixeln sind das nach unserer Rechnung etwa 1,5 Prozent, von einem mit 9,8 Megapixeln 3,8 Prozent. Eine Full-HD-Anzeige zeigt rund das 4,7-Fache. Für die Tante ohne Smart-TV ist eine DVD trotzdem ein schönes Geschenk, solange die Scans anderswo sicher gespeichert bleiben. Microsoft ordnet in seiner PowerPoint-Hilfe 720p übrigens „Internet und DVD“ zu, obwohl das über der DVD-Grenze liegt. Verlassen Sie sich also nicht auf solche Bezeichnungen.
Sie haben noch keine Scans? Die Kosten zeigt der Preisrechner, die Anbieter der Anbietervergleich. Und wer das echte Klacken vermisst: Alles zum Diaprojektor steht im eigenen Ratgeber.
Häufig gestellte Fragen
Wie erstelle ich am einfachsten eine Diashow für den Fernseher?
Kopieren Sie JPEG-Dateien in einen Ordner auf einem USB-Stick, stecken Sie ihn in den Fernseher und starten Sie die Fotos über die Quellenauswahl. Dafür brauchen Sie kein Programm. Testen Sie vorher einige Bilder am Fernseher, denn nicht jedes Modell verhält sich gleich.
Warum zeigt mein Fernseher die Scans nicht an?
Häufige Gründe nach den Herstellerangaben: TIFF steht auf den Listen von Samsung, LG und Philips nicht, zu viele Dateien im Ordner oder ein ungeeignetes Dateisystem. LG nennt in einem Handbuch für progressive JPEGs eine Grenze von 1.920 × 1.440 Pixeln.
Mit welchem kostenlosen Programm kann ich eine Diashow machen?
Microsofts Clipchamp exportiert laut Anbieter kostenlos in 1080p ohne Wasserzeichen. Auf dem Mac erstellt Fotos eine Diashow als Film bis 1080p. PowerPoint exportiert als Video und in bestimmten Fällen auch in 4K, setzt aber eine Lizenz voraus.
Wie viele Sekunden sollte ein Bild gezeigt werden?
Eine Studie dazu haben wir nicht gefunden. Fünf Sekunden sind eine Voreinstellung von Programmen, kein Forschungsergebnis. Wir würden bei alten Familienfotos mit rund 8 Sekunden beginnen oder von Hand weiterschalten, weil die Leute reden wollen.
Darf ich Musik in meine Diashow einbauen?
Für eine private Feier braucht es laut GEMA keine Lizenz. Für private Uploads auf YouTube verlangt GEMA keine eigene Lizenz, nennt bei bestehenden Aufnahmen aber zusätzlich die Rechte von Interpreten und Tonträgerherstellern. Für öffentliche Vorführungen sieht das anders aus. Das ist keine Rechtsberatung.
Reicht eine DVD?
Für Verwandte mit DVD-Player ja, aber als Archiv nicht. Eine PAL-DVD hat höchstens 720 × 576 Pixel. Von einem 24-Megapixel-Scan bleiben rechnerisch nur rund 1,5 Prozent der Pixel übrig.