Digitalisierte Fotos sicher speichern: So sichern Sie Ihre Scans
Wie viele Kopien Sie brauchen, wie viel Platz Dias belegen, was Festplatte, USB-Stick und Cloud wirklich leisten und welche Fristen Ihr Konto kosten können.
Von der Redaktion · Aktualisiert am
Kurz gesagt
Halten Sie jede Sammlung in drei Kopien auf zwei Arten von Speicher, eine davon außer Haus. 1.000 Dias belegen als JPEG nur rund 16 GB, passen also auf jede externe Festplatte. Öffnen Sie die Kopien einmal im Jahr, und melden Sie sich dabei auch bei Ihrer Cloud an, denn manche Dienste löschen sonst nach ein bis zwei Jahren.
Ein Scan ersetzt ein altes Risiko durch ein neues. Ein Dia verblasst langsam, eine Festplatte fällt an einem einzigen Tag aus. Das passiert auch nicht nur anderen: In einer Bitkom-Umfrage von 2023 hatten 20 Prozent der Nutzer schon einmal Daten verloren, weil ein Backup fehlte, und nur 18 Prozent wussten, wie man eines zurückspielt.
Wie viele Kopien Sie brauchen
Die Verbraucherzentrale nennt im Stand von März 2025 die bekannte Regel: mindestens 3 Kopien, auf 2 verschiedenen Medien, 1 davon an einem anderen Ort. Stiftung Warentest rät 2025 genauso, und das Schweizer Bundesamt für Cybersicherheit auch.
Ein Detail wird oft falsch wiedergegeben: Das BSI nennt die 3-2-1-Regel zwar, aber nach unseren Funden nur in einem Papier für Institutionen von 2023. In seiner Mitteilung an Verbraucher vom März 2026 steht schlichter: Ein physischer Speicher gehört an einen anderen Ort als der Computer, damit er Einbruch oder Brand übersteht. Alle Stellen sind sich im Kern einig. Eine Kopie reicht nicht, und eine davon muss räumlich getrennt sein.
So sieht das für Ihre Dias konkret aus:
- Kopie 1: die Dateien auf Ihrem Computer.
- Kopie 2: eine externe Festplatte, die im Haus liegt und nur beim Sichern angeschlossen ist. Das Schweizer Bundesamt nennt den Grund: Ein angeschlossenes Laufwerk kann ein Erpressungstrojaner gleich mit verschlüsseln.
- Kopie 3: eine zweite Festplatte bei den Kindern oder Geschwistern, oder eine Cloud.
Die Festplatte bei Verwandten ist unser Favorit für Familien. Sie kostet keine Monatsgebühr, hängt an keinem Konto, und schon haben zwei Haushalte die Bilder. Die Archivare Bernhard Homa (Niedersächsisches Landesarchiv) und Christian Schlöder (Sächsisches Staatsarchiv) nennen diesen Weg in ihrer Handreichung von 2023 ausdrücklich.
Wie viel Platz Ihre Dias belegen
Ein Scan von 4.250 dpi, also die Stufe Standard+ bei MEDIAFIX, hat rund 24 Megapixel. Die Tabelle ist unsere eigene Rechnung: Ein unkomprimiertes TIFF braucht 3 Byte pro Pixel bei 8 Bit und 6 Byte bei 16 Bit. Für JPEG nehmen wir die 8 bis 16 MB, die sich aus der Nikon-Kameraanleitung (rund 9 MB bei 24 MP) und der Spanne von MEDIAFIX (4 bis 16 MB) ergeben.
| Menge | JPEG | TIFF 8 Bit | TIFF 16 Bit |
|---|---|---|---|
| 1.000 Dias | 8 bis 16 GB | rund 73 GB | rund 145 GB |
| 5.000 Dias | 40 bis 80 GB | rund 363 GB | rund 726 GB |
Was das für den Kauf heißt: Ein USB-Stick mit 16 GB fasst rund 1.000 große JPEGs, aber nur etwa 220 TIFFs mit 8 Bit. Bei MEDIAFIX kostet dieser Stick 15 Euro. Windows zeigt ihn übrigens mit nur rund 14,9 GB an, das ist kein Fehler, sondern eine andere Zählweise. Ob sich TIFF für Sie lohnt, klärt der Ratgeber JPEG oder TIFF?.
Was die Medien wirklich aushalten
Hier wird viel behauptet und wenig gemessen. Unsere Einordnung trennt deshalb, woher eine Zahl stammt.
| Medium | Zahl | Was dahintersteht |
|---|---|---|
| Festplatte | 1,73 % Ausfälle pro Jahr | Gemessen von Backblaze im 2. Quartal 2026 an 354.415 Laufwerken. Das sind Rechenzentrumsgeräte. Stürze und verschüttete Getränke zählt das nicht. |
| SSD | 1 Jahr stromlos bei 30 °C | Mindestanforderung der Norm JESD218 für Consumer-SSDs am Ende ihrer Schreibleistung, laut JEDEC-Vortrag von 2010. Keine Prognose für eine kaum benutzte Backup-SSD. |
| USB-Stick | keine belastbare Zahl | Tom’s Hardware fand im März 2026 nur kleine Privattests, mit widersprüchlichen Ergebnissen. Die Verbraucherzentrale hält Sticks 2023 für kurzlebiger als Festplatten. |
| CD, DVD, Blu-ray | 5 bis über 100 Jahre | Modelliert: Das Canadian Conservation Institute nennt 2019 je nach Scheibentyp diese Spanne, unter idealen Bedingungen. Die deutschen Archivare halten optische Medien dagegen nur wenige Jahre für sicher. |
| M-DISC | 1.332 Jahre | Herstellerangabe, von Millenniata selbst aus beschleunigter Alterung hochgerechnet, nur für das DVD-Format. Sie brauchen zudem auch in Jahrzehnten noch ein Laufwerk. |
Was daraus folgt: Festplatten sind für Familien der vernünftige Standard, aber nicht weil sie ewig halten. Bei 1,73 Prozent fällt rechnerisch etwa jede 58. pro Jahr aus. Backblaze beschreibt zudem 2025, dass gemeinsam gekaufte Laufwerke auch gemeinsam Probleme bekommen können. Kaufen Sie die zweite Festplatte deshalb nicht im selben Moment, oder nehmen Sie eine andere Marke. Lagern Sie sie im Wohnraum statt auf dem Dachboden oder im Auto.
Cloud: Was sie kostet und wo die Fallen liegen
| Dienst | rund 100 GB | rund 200 GB | rund 2 TB |
|---|---|---|---|
| Apple iCloud+ | kein Tarif (50 GB: 0,99 €) | 2,99 € | 9,99 € |
| Google One über die Telekom | 1,79 € | 2,69 € | 8,99 € |
| Microsoft 365 | 2,00 € (Basic) | kein Tarif | 13,00 € (Family, mit Office) |
| MagentaCLOUD | 1,94 € | kein Tarif | kein Tarif (1.000 GB: 9,95 €) |
| IONOS HiDrive Next | 2,00 € | kein Tarif | kein Tarif |
Die Telekom gibt an, ihre Google-One-Tarife lägen 10 Prozent unter dem regulären Google-Angebot. Googles eigene Euro-Preise konnten wir nicht direkt lesen, prüfen Sie sie im eigenen Konto. Bei Amazon Photos sind unbegrenzt viele Fotos in voller Auflösung im Prime-Abo enthalten. Nach der Kündigung bleiben nur 5 GB, und das ganze Archiv steht plötzlich über dem Limit.
Die Falle bei Google Fotos. Die Einstellung „Speicherplatz sparen“ verkleinert jedes Foto über 16 Megapixel auf 16 Megapixel. Bei einem 24-Megapixel-Scan ist damit ein Drittel der Pixel weg, für das Sie im Labor bezahlt haben. Wählen Sie „Originalqualität“. TIFF steht übrigens gar nicht auf Googles Liste der unterstützten Formate, und es gilt eine Obergrenze von 200 MB pro Datei.
Die Frist-Falle. Auch wer zahlt, sollte sich regelmäßig anmelden:
- Microsoft: Laut Servicevertrag, gültig ab 30. September 2026, müssen Sie sich mindestens einmal im Jahr bei OneDrive anmelden. Nach einer Schließung werden die Daten gelöscht. Überschreiten Sie Ihr Kontingent, friert OneDrive das Konto nach 3 Monaten ein und kann es nach 6 Monaten löschen.
- Apple: Nach den iCloud-Bedingungen vom September 2026 kann Apple ein Konto nach über einem Jahr Inaktivität mit 30 Tagen Vorlauf kündigen.
- Google: Ein zwei Jahre ungenutztes Konto kann samt Inhalten gelöscht werden.
Das Konto-Risiko. Selten, aber dokumentiert: Die New York Times berichtete 2022 (Zusammenfassung bei 9to5Google) über einen Vater, den Google wegen eines Kinderfotos für den Arzt dauerhaft aussperrte, obwohl die Polizei kein Vergehen fand. Mit dem Konto verlor er auch seine Fotos und E-Mails. Einen ähnlichen Fall bei OneDrive schilderte Notebookcheck 2021 aus Deutschland. Das betrifft auch alte Dias: Badeurlaub und Planschbecken gab es schon 1975. Solche Bilder bewahren Sie besser nur auf Ihren eigenen Festplatten auf.
Seien Sie auch misstrauisch bei Mails mit Sätzen wie „Ihre Fotos werden heute gelöscht“. GIGA warnte im Januar 2026 vor solchen Betrugsmails im Namen von iCloud und Google Drive. Gehen Sie immer direkt über die Website des Dienstes.
Was rechnet sich? Bei den aktuellen Listenpreisen kosten 200 GB bei Apple in zehn Jahren 358,80 Euro, 2 TB dort 1.198,80 Euro. Zwei Festplatten mit 1 TB, zum Testpreis von Stiftung Warentest (2025) von 59 Euro und in zehn Jahren einmal ersetzt, kosten 236 Euro. Das ist unsere eigene Rechnung. Dafür entfällt bei der Cloud die Fahrt zu den Verwandten.
Die Routine für einmal im Jahr
Die Library of Congress empfiehlt Privatleuten, mindestens einmal im Jahr zu prüfen, ob sich die Bilder öffnen lassen, und alle fünf Jahre neue Kopien auf frischen Medien anzulegen. Das österreichische Portal Onlinesicherheit nennt im August 2026 für den Wechsel etwa alle zehn Jahre. Wir halten fünf Jahre für die vorsichtigere Wahl, zumal das Umkopieren kaum Arbeit macht.
Unser Vorschlag, den Sie an den World Backup Day am 31. März koppeln können:
- Direkt nach der Lieferung: zwei weitere Kopien anlegen. Erst dann gilt die Sammlung als gesichert. Liefert das Labor nur per Link, laden Sie sofort herunter. Bei dm ist der Download laut Preisliste von Juli 2026 6 Wochen abrufbar, und BIPA in Österreich löscht die Daten nach sechs Wochen.
- Einmal im Jahr: jede Festplatte anschließen, 20 zufällige Fotos aus verschiedenen Ordnern öffnen, neue Fotos dazukopieren. Bei jeder Cloud anmelden.
- Alle fünf Jahre: auf neue Festplatten umkopieren, früher, wenn eine Fehler zeigt.
- Sofort: Fällt eine Kopie aus, ersetzen Sie sie sofort. Die übrigen sind dann Ihre einzige Sicherung.
Ist „Bit Rot“ ein Thema? Datenfehler ohne Warnung gibt es. Forscher von University of Wisconsin und NetApp fanden in einer Studie von 2008 mit 1,53 Millionen Server-Festplatten in 41 Monaten solche Prüfsummenfehler auf 0,86 Prozent der einfacheren Platten. Für Heimgeräte gibt es keine vergleichbare Zahl. Weil eine Kopie auch einen schon beschädigten Stand übernehmen kann, schauen Sie die Stichproben wirklich an, statt nur zu kopieren. Wer sich sicher fühlt, kann unter Windows mit dem Befehl Get-FileHash Prüfsummen vergleichen, nötig ist das für die meisten nicht.
Schreiben Sie auf, was auf den Bildern ist
Ein Backup rettet die Datei, aber keinen Namen. Eine Studie von Whittaker, Bergman und Clough an der Universität Sheffield (2010) zeigt, wie schnell Bilder trotz Speicherung verloren gehen: 18 Eltern fanden bei gezielter Suche fast 40 Prozent ihrer eigenen, über ein Jahr alten Familienfotos nicht wieder. Ein klarer Ordnername hilft, reicht aber nicht. Homa und Schlöder warnen: Steht „wer und wo“ nur im Ordnernamen, ist es weg, sobald die Datei den Ordner verlässt. Sie raten, die Angaben in die Datei selbst zu schreiben. Wie das geht, steht im Ratgeber JPEG oder TIFF?.
Wenn Sie einmal nicht mehr da sind
Der Bundesgerichtshof entschied am 12. Juli 2018 (III ZR 183/17), dass der Vertrag über ein Konto bei einem sozialen Netzwerk grundsätzlich auf die Erben übergeht. Bis die Eltern im Fall tatsächlich Zugang bekamen, brauchte es aber einen weiteren Beschluss von 2020, denn ein USB-Stick mit einer PDF von über 14.000 Seiten genügte nicht. Über zwei Jahre also, in denen eine einjährige Anmeldefrist längst abgelaufen sein kann. Ein eigenes Urteil zu Foto-Clouds kennen wir nicht. Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
Zu regeln sind deshalb drei Dinge, und nur 32 Prozent der Internetnutzer hatten ihren digitalen Nachlass 2025 laut Bitkom ganz oder teilweise geregelt:
- Eine Kopie, die die Familie selbst hat: die Festplatte bei den Kindern. Sie braucht weder Passwort noch Urteil.
- Ein Zettel: Wo liegen die Kopien, welche Dienste gibt es, wann ist die Jahresprüfung? Passwörter gehören nicht offen darauf. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät zu einer Passwortliste, etwa auf einem verschlüsselten Stick oder im Bankschließfach, und einer über den Tod hinaus gültigen Vollmacht.
- Die Einstellungen der Dienste: Googles Kontoinaktivität-Manager und Apples Nachlasskontakt.
Und die Dias?
Ein gutes Backup heißt nicht, dass die Originale wegmüssen. Museen und Archive raten sogar davon ab. Was sich für Familien lohnt, steht unter Alte Dias entsorgen oder aufheben?. Wer noch gar nicht digitalisiert hat, findet die Kosten im Preisrechner und die Anbieter im Anbietervergleich. Mehr Zahlen zum Thema sammeln die Statistiken.
Häufig gestellte Fragen
Wie speichere ich digitalisierte Fotos am sichersten?
Mit drei Kopien auf zwei Arten von Speicher, davon eine außer Haus. Das empfehlen die Verbraucherzentrale und Stiftung Warentest. Für Familien heißt das: Dateien am Computer, eine externe Festplatte, die Sie nach dem Sichern abziehen, und eine weitere Kopie bei Verwandten oder in der Cloud.
Was ist die 3-2-1-Regel?
Drei Kopien, auf zwei verschiedenen Medien, eine davon an einem anderen Ort. Das BSI rät Verbrauchern ebenfalls zu einer Kopie an einem anderen Ort, nennt die Regel selbst aber nur in einem Papier für Institutionen.
Wie viel Speicherplatz brauchen 1.000 Dias?
Bei 24 Megapixeln rund 8 bis 16 GB als JPEG und rund 73 bis 145 GB als TIFF. Das ist unsere eigene Rechnung. MEDIAFIX nennt für normale Dia-Dateien 4 bis 16 MB pro Bild und für TIFF rund 350 MB.
Reicht ein USB-Stick oder eine Cloud allein?
Nein. Ein Stick ist eine einzige Kopie, und die Verbraucherzentrale hält Flash-Sticks für kurzlebiger als Festplatten. Eine Cloud hängt an einem einzigen Konto. Beide sind gute Bausteine, aber kein vollständiges Backup.
Wie oft sollte ich mein Backup prüfen?
Mindestens einmal im Jahr. Die Library of Congress rät Privatleuten dazu und nennt alle fünf Jahre neue Kopien auf frischen Medien. Österreichs Portal Onlinesicherheit nennt etwa alle zehn Jahre.
Was passiert mit meinen Fotos in der Cloud nach meinem Tod?
Der Bundesgerichtshof entschied 2018 für ein soziales Netzwerk, dass der Nutzungsvertrag auf die Erben übergeht. Für Foto-Clouds gibt es kein eigenes BGH-Urteil, die Begründung spricht aber dafür. Einfacher für die Familie sind Googles Kontoinaktivität-Manager, Apples Nachlasskontakt und eine Kopie, die sie selbst in der Hand hält.