Aus alten Dias ein Fotobuch machen
Welche Seitengröße zum Dia passt, wie viele Pixel Sie brauchen, warum die Automatik alten Dias oft nicht hilft und was ein Buch mit 100 Bildern kostet.
Von der Redaktion · Aktualisiert am
Kurz gesagt
Wählen Sie ein Querformat, denn Dias sind 3:2 und verlieren im Hochformat beim Füllen die Hälfte des Bildes. Für eine ganze Seite von 21 × 28 cm brauchen Sie bei 300 dpi rund 8 Megapixel, also einen Scan aus dem Fachlabor. Ein Buch mit 100 Dias kostet rund 41 Euro. Korrigieren Sie die Farben, bevor Sie hochladen.
Wir haben noch kein Fotobuch aus Dias bestellt. Diese Seite stützt sich auf Preislisten, veröffentlichte Tests und eigene Rechnungen. Ihr Probebuch ersetzt sie nicht, und wir empfehlen ausdrücklich eines.
Reicht Ihr Scan?
Die Labore empfehlen ähnliche Werte, wenn das Buch in der Hand gelesen wird: WhiteWall nennt 300 PPI für den nahen Blick und 200 PPI als Beispiel für rund 2 Meter Abstand. Pixum rechnet ebenfalls mit 300 dpi oder 118 Pixeln pro Zentimeter und zeigt im Programm ein Ampelsymbol. myposter ist großzügiger und nennt schon 60 Pixel pro Zentimeter, rund 152 dpi, optimal. Ein Bildband wird nah angeschaut, deshalb rechnen wir mit 200 bis 300 dpi.
| Ihr Scan | Beispiel | Bei 300 dpi druckbar bis | Bei 200 dpi druckbar bis |
|---|---|---|---|
| 1,6 MP | Rossmann, laut grossvater.de | 13 × 9 cm | 20 × 13 cm |
| 9,8 MP | 2.700 dpi | 32 × 22 cm | 49 × 32 cm |
| 17 MP | CEWE Klassik | 43 × 29 cm | 64 × 43 cm |
| 24 MP | MEDIAFIX Standard+ | 51 × 34 cm | 76 × 51 cm |
Das sind unsere eigenen Rechnungen für ein ungeschnittenes 3:2-Bild. Die Erklärung der Werte finden Sie im Ratgeber Welche Auflösung für Dias?.
Das Wichtigste daran: Ein Scan von rund 1,6 Megapixeln reicht für drei Bilder pro Seite, aber nicht für eine ganze Seite. Eine Doppelseite von 42 × 28 cm aus einem kleinen Scan wäre mit etwa 90 dpi deutlich zu grob. Wer ein Buch plant, sollte deshalb schon beim Scannen daran denken, und der Aufpreis ist klein. Wie sich die Anbieter unterscheiden, zeigt der Anbietervergleich.
Vorsicht bei Pocket-Dias: Bei 2.900 dpi hat ein 110er-Dia nur 1.941 Pixel Breite. Auf einer 28 cm breiten Seite ergibt das rund 176 dpi. Mit 4.500 dpi wären es rund 273. Welches Format Sie haben, klärt der Ratgeber Diaformate erkennen. Mehr Pixel machen ein unscharfes Dia aber nicht schärfer, Filmkorn und Objektiv setzen oft die eigentliche Grenze.
Das Format entscheidet mehr als die Marke
Ein Kleinbilddia ist 3:2 und meist quer. Die häufig günstigsten Bücher sind aber oft hochkant. Unsere Rechnung für ein querformatiges Dia:
| Seite | Seite bedeckt, ohne Beschnitt | Bild verloren, wenn es die Seite füllt |
|---|---|---|
| 28 × 19 cm quer | 98 % | 1,8 % |
| 28 × 21 cm quer | 88,9 % | 11,1 % |
| 21 × 21 oder 30 × 30 cm | 66,7 % | 33,3 % |
| 21 × 28 cm hoch | 50 % | 50 % |
Daraus folgen ein paar Regeln:
- Meist quer fotografierte Kleinbilddias: 28 × 19 cm von Saal Digital oder 28 × 21 cm bei den meisten Anbietern. Bei Pixum ist 28 × 21 cm 5 Euro teurer als 21 × 28 cm. Das lohnt sich, weil das Hochformat die Hälfte der Seite leer lässt.
- Instamatic und 6 × 6: Ein quadratisches Buch passt ohne Beschnitt. Bei einem Kleinbild-Scan in einem 30 × 30 cm großen Quadrat bleiben von 17 Megapixeln nach dem Zuschnitt rund 11,3 übrig, und 12,6 MP wären für 300 dpi nötig.
- Pocket (17:13): Auf 28 × 21 cm verliert es nur rund 1,9 Prozent.
- Mischen Sie. Pixum rät in seinen Tipps zu Kapiteln und wechselnden Größen, etwa ein großes Bild links und kleinere rechts. Beschnitt und Falz nehmen zudem Bildrand weg. Legen Sie Gesichter nicht an den Rand oder in die Mitte einer Doppelseite. Lay-Flat-Bindung, wie sie Saal bietet, entschärft den Falz.
Farben: die eigentliche Arbeit bei alten Dias
Alte Dias haben oft einen Farbstich, und zwar je nach Geschichte einen anderen. Wilhelm und Brower beschreiben 1993: Projizierte Kodachromes verlieren Magenta und kippen nach Grün, vor allem in hellen Bildteilen. Ein solcher Stich lässt sich nicht mit einem einzigen Filter beheben, ohne die anderen Helligkeitsbereiche zu verfälschen. Deshalb sieht eine Ein-Klick-Korrektur oft unnatürlich aus.
So gehen Sie vor:
- Lieferdatei unberührt lassen. Arbeiten Sie immer an einer Kopie. Warum, zeigt unser kleiner Test im Ratgeber JPEG oder TIFF?.
- Farben korrigieren, für das Buch reichen einige Bilder. Fragen Sie auch das Labor: Bei MEDIAFIX kostet die Nachbearbeitung laut Instamatic-Seite 0,12 Euro pro Bild. Bei Kodachrome achten Sie auf einen Blaustich aus dem Scan, den Filmscanner.info einem falschen Profil zuschreibt.
- In sRGB exportieren. Saal Digital nimmt auch Adobe RGB und ProPhoto RGB, lehnt aber Kameraprofile und CMYK ab. Mit sRGB sind Sie nach unserer Einschätzung auf der sicheren Seite. WhiteWall nimmt bei fehlendem Profil ebenfalls sRGB an.
- Automatik prüfen. Stiftung Warentest berichtete 2015, dass die automatische Optimierung Farben und Kontrast verstärkte, feine Strukturen aber litten. Auf bereits korrigierten Scans schalten Sie sie aus.
- Probedruck. Bestellen Sie zuerst ein kleines Heft oder ein paar Abzüge von den schwierigen Bildern. Ein Bildschirm zeigt Farben nicht verlässlich so, wie das Papier sie druckt.
Was kostet es?
| Anbieter | Produkt | Preis | Weitere Seiten und Versand |
|---|---|---|---|
| CEWE | Groß (ca. A4), Hardcover matt, 26 Seiten | 29,95 € | 2,89 € je 4 Seiten, Versand 5,49 € |
| CEWE | Groß auf Fotopapier, matt, 26 Seiten | 38,95 € | 4,59 € je 4 Seiten, Versand 5,49 € |
| Pixum | 21 × 28 cm hoch, Hardcover matt, 26 Seiten | 29,95 € | 2,90 € je 4 Seiten, Versand 5,49 € |
| Pixum | 28 × 21 cm quer, Hardcover matt, 26 Seiten | 34,95 € | 2,90 € je 4 Seiten, Versand 5,49 € |
| myposter | A4 Hardcover, 24 Seiten | 24,99 € (Aktion, sonst 35,99 €) | nicht geprüft |
| Saal Digital | 21 × 28 und 28 × 19 cm auf Fotopapier | ab 33,99 € | nicht geprüft |
Rechenbeispiel 100 Dias. Bei durchschnittlich drei Bildern pro Seite sind das rund 34 Seiten. Bei CEWE sind 26 Seiten im Grundpreis, zwei Pakete à vier Seiten kommen dazu: 29,95 + 2 × 2,89 = 35,73 Euro, plus 5,49 Euro Versand, zusammen 41,22 Euro. Ein Buch mit 50 Seiten kommt auf 52,78 Euro. Das ist unsere Rechnung nach der Preisliste, geprüft am 3. November 2026. Preisaktionen wechseln häufig, bei myposter und Saal galten bei Abruf Gutscheine.
Die Listenpreise bei CEWE und Pixum liegen fast gleichauf. Ein Vergleich lohnt sich also eher bei der Papierart als bei der Marke: Bei CEWE kostet echtes Fotopapier in derselben Größe 38,95 statt 29,95 Euro.
Was die Tests sagen
Stiftung Warentest hat Fotobücher zuletzt nach unserem Stand im August 2020 selbst getestet, zwölf Anbieter. Lidl lag mit 2,0 vorn, dahinter Aldi und Saal mit 2,1 und Rossmann mit 2,3. Pixum und CEWE erhielten trotz guter Bücher (Pixum 2,0 und 1,7) ein „mangelhaft“, weil beim Datenschutz abgewertet wurde. Ein Blick auf die Gesamtnote allein führt also in beide Richtungen in die Irre, und sechs Jahre sind eine lange Zeit. Ob sich die damaligen Sicherheitsmängel inzwischen erledigt haben, wissen wir nicht.
Jünger ist der Vergleich der Schweizer Zeitschrift Saldo, über den Stiftung Warentest im Januar 2025 berichtete: Acht Anbieter im Test, Ifolor mit den besten Fotobüchern, Ifolor und CEWE insgesamt gut. Der von Fotointern gemeldete PCtipp-Test vom August 2026 sah CEWE als Sieger, das Original haben wir nicht gelesen.
Warum überhaupt ein Buch?
Ehrlich gesagt: Wir können nicht belegen, dass ein Fotobuch das Gedächtnis stärkt, und würden vorsichtig sein, wenn das jemand behauptet. Eine Epson-Umfrage von 2023, nach der 86 Prozent keine Alben mehr anlegen, stammt von einem Druckerhersteller. Belegt ist aber das Problem, das ein Buch umgeht: In einer Studie der Universität Sheffield von 2010 fanden 18 Eltern fast 40 Prozent ihrer eigenen digitalen Familienfotos nicht wieder. Petrelli und Whittaker (2010) beschreiben digitale Erinnerungsstücke als selten aufgerufen, körperliche als hoch geschätzt. Ein Buch liegt im Regal und braucht weder Passwort noch Suchbegriff. Das ist unsere Schlussfolgerung, nicht die Aussage der Studien. Auch im Handyzeitalter ist das nicht anders: 44 Prozent schauen sich laut Bitkom 2022 die meisten ihrer Smartphone-Fotos später kaum noch an.
Noch zwei Tipps
Bildunterschriften. Schreiben Sie Namen, Ort und Jahr dazu, solange jemand sie noch weiß. Das ist auch der Unterschied zwischen einem schönen Buch und einem Familiendokument.
Für wen drucken? Bücher für die Familie sind meist unproblematisch, weil § 53 UrhG einzelne Kopien für den privaten Gebrauch erlaubt, diese aber nicht verbreitet werden dürfen. Bilder der Eltern gehören meist ohnehin zum Erbe. Eine Auflage für den Heimatverein oder den Verkauf ist etwas anderes. Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Mehr dazu unter Alte Dias entsorgen oder aufheben?.
Sie haben noch keine Scans? Dann beginnen Sie mit dem Preisrechner und treffen im Ratgeber Dias sortieren eine Auswahl. Und vergessen Sie die Sicherung nicht, denn das Buch ersetzt sie nicht: Fotos sicher speichern.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Pixel brauche ich für ein Fotobuch aus Dias?
Für eine ganze Seite von 21 × 28 cm bei 300 dpi rund 8,2 Megapixel, bei 200 dpi rund 3,6 Megapixel. Ein Scan mit 1,6 Megapixeln reicht bei 300 dpi nur für rund 13 × 9 cm. Die meisten Fachlabor-Scans haben genug Reserve.
Welches Fotobuch-Format passt zu Dias?
Kleinbilddias haben das Seitenverhältnis 3:2. Ein Querformat von 28 × 19 cm ist am passendsten, dort gehen beim Füllen der Seite nur 1,8 Prozent verloren. Bei 28 × 21 cm sind es 11,1 Prozent, im Quadrat 33,3 Prozent und im Hochformat 21 × 28 cm die Hälfte.
Was kostet ein Fotobuch aus 100 Dias?
Bei drei Bildern pro Seite brauchen Sie rund 34 Seiten. Ein Hardcover von CEWE in Groß mit 34 Seiten kostet nach Liste 35,73 Euro plus 5,49 Euro Versand, zusammen 41,22 Euro. Unsere eigene Rechnung, ohne Aktionen.
Welcher Fotobuch-Anbieter ist der beste?
Das können wir nicht sagen, wir haben noch keinen getestet. Stiftung Warentest bewertete 2020 Lidl, Aldi und Saal am besten, wertete CEWE und Pixum aber wegen des Datenschutzes ab, obwohl deren Bücher gut waren. Im Schweizer Saldo-Test von 2025 lagen Ifolor und CEWE vorn.
Soll ich die automatische Bildoptimierung einschalten?
Bei bereits bearbeiteten Scans besser nicht. Stiftung Warentest stellte schon 2015 fest, dass Automatik Farben und Kontrast verstärkt, feine Strukturen aber leiden. Korrigieren Sie selbst und bestellen Sie zuerst ein kleines Probeprodukt.
Merkt man sich Erinnerungen besser mit einem Fotobuch?
Das haben wir nicht belegt gefunden. Gut belegt ist etwas anderes: Digitale Sammlungen werden selten angesehen und Bilder schlecht wiedergefunden. Ein Buch im Regal umgeht dieses Problem.