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Kleinbild, Mittelformat & Co.: Diaformate erkennen

Warum der 5-×-5-Rahmen fast nichts verrät, welches Maß wirklich zählt und was Instamatic- und Pocket-Dias beim Scannen verlieren. Mit maßstabsgetreuem Vergleich.

Von der Redaktion · Aktualisiert am

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Kurz gesagt

Messen Sie das Bildfenster, nicht den Rahmen. Rahmen von 5 × 5 cm können Kleinbild, Halbformat, Instamatic, 127 und sogar Pocket enthalten. Rund 24 × 36 mm im Fenster bedeutet Kleinbild, dafür sind fast alle Scanner gebaut. Bei anderen Maßen fragen Sie das Labor, ob das ganze Bild erfasst wird und in welcher Auflösung.

Die Formate im direkten Vergleich

110 Pocket13 × 17 mmHalbformat18 × 24 mm126 Instamatic28 × 28 mmKleinbild24 × 36 mm82828 × 40 mm127, Supersliderund 40 × 40 mm6 × 4,542 × 56 mm6 × 656 × 56 mm6 × 756 × 69 mm6 × 956 × 85 mm
Bildgrößen im selben Maßstab. Gestrichelt: Rahmen von 50 × 50 mm. Eigene Zeichnung, die Maße stehen in der Tabelle darunter.

In drei Schritten bestimmen Sie Ihr Dia:

  1. Außenmaß messen. 5 × 5 cm heißt nur: kleine Formate. Größere Rahmen weisen auf Mittelformat hin. Glasdias aus den Anfängen sind noch größer.
  2. Bildfenster messen. Das ist das eigentliche Format. Der Rahmen deckt dabei einen schmalen Rand des Films ab, das Fenster ist also oft etwas kleiner als der Nennwert.
  3. Rahmendicke prüfen. Sie entscheidet, ob das Dia in ein Magazin oder einen Scanner passt.
FormatBildgrößePasst in 5 × 5 cm?Zu beachten
Kleinbild (135)24 × 36 mmjaStandardfall, alle Geräte und Labore
Halbformat18 × 24 mmjaAuf normalem 135er-Film, in den 1960ern beliebt
82828 × 40 mmjaSelten, passt nicht in ein 24-×-36-Fenster
126 Instamaticrund 28 × 28 mmjaQuadratisch, Quellen nennen 26,5 bis 28 mm
110 Pocket13 × 17 mmmit AdapterrahmenKodak bot auch Rahmen von 1 × 1 Zoll an
Minox8 × 11 mmteilsSehr klein, Labor fragen
127, Supersliderund 40 × 40 mmjaQuellen sind uneins, MEDIAFIX rechnet 4 × 4 als Mittelformat ab
APS16,7 × 30,2 mmim FilmSelten als Dia
6 × 4,542 × 56 mmneinMittelformat, Rollfilm 120
6 × 656 × 56 mmneinMittelformat
6 × 756 × 69 mmneinMittelformat
6 × 956 × 85 mmneinMittelformat
Stereo (Realist)24 × 23 mm, PaareneinRahmen rund 41 × 101 mm
Glasdiasrund 8,3 × 8,3 cmneinKein fester Standard

Die Werte für Kleinbild, Halbformat, 828, 126 und 110 stammen aus der Arbeitsfassung „Kodachrome Dating“ von 2024, die Mittelformate von Filmscanner.info, die Stereomaße aus der RMM 3D Encyclopedia. Bei einigen Formaten widersprechen sich die Quellen, und wir nennen das offen: 126 geben Digitalspezialist mit 2,7 × 2,7 cm und MEDIAFIX mit 2,8 × 2,8 cm an. Unter „Pocket“ verstehen Digitalspezialist 8 × 16 mm und MEDIAFIX 8 × 11 oder 13 × 17 mm. Das Maß im Lineal zählt also mehr als der Name.

Für Glasdias nennt das Victoria and Albert Museum nach 1880 einen Standard von 3¼ × 3¼ Zoll, also rund 8,3 cm. Bei deutschen Herstellern kamen laut der Sammlerseite de Luikerwaal auch 8,5 × 8,5 cm vor, und jeder Hersteller legte eigene Maße fest. Solche Dias sind historische Einzelstücke und gehören eher zu einem Spezialisten.

Warum das Format beim Scannen zählt

Die meisten Geräte haben ein festes Fenster von 24 × 36 mm. Was passiert dann bei anderen Formaten? Unsere Rechnung für ein Gerät mit 14 Megapixeln, wenn das Bildfeld den Sensor füllt und nicht durch Zoom oder Adapter verändert wird:

FormatWas passiertBild verlorenEchte Pixel bei 14 MP
KleinbildPasst genau0 %14 MP
126 (28 × 28 mm)4 mm Höhe fehlen14,3 %10,9 MP
110 (13 × 17 mm)Passt, nutzt aber nur ein Viertel der Fläche0 %3,6 MP
828 (28 × 40 mm)Länge und Höhe zu groß22,9 %14 MP, Rand fehlt

Daraus folgen zwei praktische Regeln, die in kaum einem Vergleich stehen. Erstens: Schneidet das Gerät beim Instamatic-Bild oben und unten ab, ist es der Kopf der Oma, der fehlt. Zweitens: Ein Pocket-Dia nutzt nur 25,6 Prozent des Sensors. Wirbt ein Gerät mit 14-MP-Sensor mit „22 MP“, bleiben auf dem Pocket-Dia trotzdem nur 3,6 echte Megapixel. Für ein Fotobuch mit 28 cm breiter Seite wird es dann eng, wie unser Ratgeber Fotobuch aus Dias vorrechnet.

Zuhause. Mit Adaptern für 110 und 126 nennt Kodak den Slide N Scan (Modell RODFS70, 13 MP Sensor). Ein Kundenbericht auf der Seite meldet, dass 110er-Dias in Plastikrahmen zu dick für den Adapter seien. Wie gut das in der Praxis funktioniert, haben wir noch nicht getestet. Mehr zu Geräten steht im Diascanner-Vergleich.

Im Labor. Sonderformate kosten ein Mehrfaches von Kleinbild:

Anbieter und FormatPreis pro BildGenannte Auflösung
MEDIAFIX Kleinbild, Standard+0,23 bis 0,14 €4.250 dpi
MEDIAFIX Instamatic, Halbformat, Pocket, Minox0,59 bis 0,45 €bis 2.900 dpi
MEDIAFIX Mittelformat 4 × 4 bis 6 × 9 cm0,99 bis 0,84 €bis 3.112 dpi
Digitalspezialist Sonderformateab 0,59 € oder ab 1,19 €4.500 oder 6.000 dpi

Die Preise stehen bei MEDIAFIX und Digitalspezialist, geprüft am 3. November 2026. Rechnen wir die Auflösung um, ergeben 2.900 dpi auf einem Instamatic-Dia rund 10 MP, 4.500 dpi rund 25 MP. Bei einem Pocket-Dia liefern 2.900 dpi rund 3 MP und 6.000 dpi rund 12 MP. Fragen Sie vorher, ob das ganze quadratische Bild erfasst wird. Bei MEDIAFIX steht das nicht auf der Seite. Die Mindestbestellung liegt dort bei 15 Euro.

Zu MEDIAFIX: Dias digitalisieren

Für 6 × 6 cm nennt MEDIAFIX bis zu 3.112 dpi, das wären rechnerisch rund 47 MP. Solche Angaben sollten Sie immer in Pixeln vergleichen, weil eine niedrigere dpi-Zahl auf einem großen Film trotzdem ein größeres Bild ergeben kann. Eine Einordnung gibt der Ratgeber Welche Auflösung für Dias?.

Rahmen und Magazine

Rahmendicke. Zwischen dünn und dick liegen nur Millimeter, aber sie entscheiden über die Passform:

Die Falle beim Umrahmen: Wer alte Papprahmen durch dicke Plastikrahmen ersetzt, kann danach Magazine und Scanner nicht mehr nutzen. Beim Umrahmen fällt außerdem jeder Hinweis auf dem alten Rahmen weg.

Magazine. Die Norm DIN 108-8 beschrieb gerade Magazine für 36 und 50 Dias und wurde 2021 zurückgezogen. Sie selbst haben meist einen dieser Typen: Universal, CS, LKM oder Paximat, dazu runde Kodak-Carousel-Magazine mit 80 oder 140 Plätzen. Digitalspezialist nimmt Universal, LKM und CS. Bei MEDIAFIX sind Universalmagazine frei, andere Magazintypen kosten 0,03 Euro pro Dia. Für Maße von LKM, CS und Paximat haben wir keine Quelle gefunden, der wir vertrauen würden, deshalb nennen wir sie hier nicht.

Welcher Film ist es?

Beim Rahmen anfangen. Oft steht der Name darauf. Danach kommt die Kipp-Probe: Kodachrome trägt die Farbkuppler nicht im Film, und die Schichtseite zeigt ein deutliches Relief. Halten Sie das Dia schräg unter eine Lampe und schauen Sie auf die matte Seite. Für Agfachrome und das in Deutschland verbreitete Agfacolor haben wir keine verlässlichen Erkennungsmerkmale gefunden, und raten deshalb nicht.

Welche Zeit? Nach Wilhelm und Brower (1993) entwickelte man Kodachrome II und Kodachrome-X von 1961 bis 1974 im Prozess K-12, ab 1974 kam K-14 mit Kodachrome 25 und 64. Agfachrome 64 und 100 im Prozess AP-41 stammen von 1976 bis 1983, das Ektachrome im Prozess E-6 ab 1976/77. Ein Datum auf dem Rahmen ist meist das Datum der Entwicklung, das Foto entstand also an diesem Tag oder davor. Stand 1968 und Kodachrome darauf, ist es vermutlich K-12.

Was die Farben verraten. Dieses Detail erzählt sogar etwas über die Familie. Wilhelm und Brower zeigen: Im Dunkeln bleibt Kodachrome vergleichsweise stabil, aber projiziert verliert es Magenta und kippt nach Grün, besonders in den hellen Stellen. Haben Sie ein Kodachrome mit grünstichigen, ausgewaschenen Lichtern, wurde es vermutlich oft gezeigt. Die Lieblingsbilder der Familie können also die blassesten in der Kiste sein. Das ist unsere Schlussfolgerung, nicht die der Autoren. Ektachrome verhält sich umgekehrt: Der National Park Service (1996) beschreibt für E-6 eine Gelbstich-Neigung im Dunkeln, bei besserer Projektionsfestigkeit. Und Glas hilft dagegen nicht: Glasrahmen bremsen das Verblassen nicht. Sie schützen nur die Oberfläche.

Warum Sie das dem Labor sagen sollten. Kodachrome ergibt mit einem normalen Scan-Profil laut Filmscanner.info leicht einen Blaustich, und Infrarot-Staubentfernung funktioniert dort oft schlecht. Fragen Sie, wie das Labor damit umgeht. Kosten für Ihre Menge zeigt der Preisrechner, die Anbieter der Anbietervergleich. Vorher lohnt sich noch ein Blick in den Ratgeber Dias sortieren. Mehr zu Geschichte und Haltbarkeit steht in den Statistiken.

Häufig gestellte Fragen

Woran erkenne ich das Format meiner Dias?

Am Bildfenster im Rahmen, nicht am Rahmen selbst. Fast alle kleinen Formate stecken in Rahmen von 5 × 5 cm. Messen Sie mit einem Lineal die sichtbare Bildfläche: Rund 24 × 36 mm ist Kleinbild, ein Quadrat um 28 mm ist Instamatic, rund 13 × 17 mm ist Pocket.

Welches Diaformat ist am häufigsten?

Eine belastbare Zählung haben wir nicht gefunden. Labore und Geräte sind aber klar auf Kleinbild 24 × 36 mm ausgerichtet, und bei MEDIAFIX ist es der Standardfall der Preisliste.

Kann ein normaler Diascanner auch Mittelformat?

Meist nicht. Der Plustek OpticFilm 8200i SE und der Reflecta DigitDia evolution sind auf Kleinbild beschränkt. Mittelformat braucht ein Gerät wie den Reflecta x66-Scan, einen Flachbettscanner mit Durchlichteinheit oder ein Labor.

Was kostet es, Sonderformate digitalisieren zu lassen?

Mehr als Kleinbild. MEDIAFIX listet Instamatic, Halbformat und Pocket mit 0,59 bis 0,45 Euro und Mittelformat mit 0,99 bis 0,84 Euro pro Bild, gegenüber 0,23 bis 0,14 Euro bei Kleinbild Standard+.

Wie erkenne ich Kodachrome?

Halten Sie das Dia schräg unter eine Lampe und betrachten Sie die matte Schichtseite. Zeichnet sich das Motiv dort als leichtes Relief ab, spricht das für Kodachrome. Oft steht der Name außerdem auf dem Rahmen.

Sagt das Datum auf dem Rahmen, wann das Foto gemacht wurde?

Nur ungefähr. Es ist meist das Entwicklungsdatum. Das Foto ist also an diesem Tag oder davor entstanden, oft einige Wochen oder Monate früher.