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Dias sortieren und aussortieren vor dem Digitalisieren

Wonach Sie aussortieren sollten, warum Schärfe nicht das erste Kriterium ist und in welchen Mengen weniger Dias sogar mehr kosten. Mit Rechnung und Studien.

Von der Redaktion · Aktualisiert am

Diese Seite kann Partnerlinks enthalten. Unsere Urteile hängen nicht davon ab. Wie wir Geld verdienen

Kurz gesagt

Sortieren Sie zuerst danach, was Erinnerungen weckt, und erst dann nach der Technik. Lohnend wird das Aussortieren vor allem ab etwa der Hälfte: Von 3.000 Dias kosten 900 bei MEDIAFIX 249 Euro weniger. Wer nur ein wenig aussortiert, spart oft kaum etwas. In bestimmten Mengenbereichen kostet weniger sogar mehr.

Preise geprüft am 2. November 2026

Die Preisfalle beim Aussortieren

Die meisten Ratgeber sagen: Jedes aussortierte Dia spart Geld. Das gilt nicht immer. Fachlabore arbeiten mit Mengenstaffeln. Gilt der Staffelpreis für den ganzen Auftrag, dann wird ein Auftrag kurz unter einer Stufe teurer als einer kurz darüber.

Die Seite von MEDIAFIX nennt 0,23 Euro bis 500 Dias, 0,19 Euro bis 1.500, 0,17 Euro bis 2.500 und 0,14 Euro darüber, sagt aber nicht ausdrücklich, ob der Preis für alle Dias gilt. Unser Preisrechner nimmt das an, und unter dieser Annahme ergibt sich:

MengenbereichKostet bei MEDIAFIXBesser so
414 bis 500 Dias95,22 bis 115,00 €501 Dias für 95,19 €
1.344 bis 1.500 Dias255,36 bis 285,00 €1.501 Dias für 255,17 €
2.060 bis 2.500 Dias350,20 bis 425,00 €2.501 Dias für 350,14 €

Das ist unsere eigene Rechnung, nur der Scanpreis ohne Versand und Speichermedium. Fragen Sie vor der Bestellung nach, wie der Preis berechnet wird. Gilt jede Staffel nur für die Dias innerhalb ihrer Stufe, gibt es diese Falle nicht.

Bei CEWE gilt der niedrigere Preis laut Liste ausdrücklich ab dem ersten Scan, und die Falle ist dort nach unserer Rechnung genauso vorhanden: Bei Klassik-Qualität kosten 60 bis 99 Dias mehr als 100, außerdem 449 bis 499 mehr als 500, 829 bis 999 mehr als 1.000 und 1.725 bis 1.999 mehr als 2.000.

Was Aussortieren wirklich spart

StartAussortiertBleibenPreisErsparnis
1.000 Dias20 %800152,00 € statt 190,00 €38,00 €
1.000 Dias50 %500115,00 € statt 190,00 €75,00 €
1.000 Dias80 %20046,00 € statt 190,00 €144,00 €
3.000 Dias10 %2.700378,00 € statt 420,00 €42,00 €
3.000 Dias20 %2.400408,00 € statt 420,00 €12,00 €
3.000 Dias50 %1.500285,00 € statt 420,00 €135,00 €
3.000 Dias70 %900171,00 € statt 420,00 €249,00 €
5.000 Dias80 %1.000190,00 € statt 700,00 €510,00 €

Beachten Sie die fette Zeile: Bei 3.000 Dias sparen Sie mit 10 Prozent weniger Dias mehr als mit 20 Prozent. Leichtes Aussortieren lohnt die Mühe kaum, wenn es nur ums Geld geht.

Vorsicht beim Lösen aus den Magazinen. Lose Dias kosten bei MEDIAFIX 0,06 Euro Aufschlag zum Einsortieren. Wer 900 Dias aus den Magazinen holt und lose schickt, zahlt 225 statt 171 Euro. Rücken Sie die behaltenen Dias also im Magazin zusammen, statt alles auf einen Haufen zu legen. Aus anderen Magazintypen als Universalmagazinen kostet es 0,03 Euro pro Dia. Unsere Rechnung für Ihre Menge liefert der Preisrechner.

Lohnt sich die Zeit?

Wie lange Sortieren dauert, hat unseres Wissens niemand für Privatleute gemessen. Stoppen Sie deshalb selbst 100 Dias und rechnen Sie hoch.

3.000 Dias, angenommene Zeit pro DiaDauerBei 249 € Ersparnis (70 % aussortiert)
5 Sekundenrund 4 Stundenrund 60 € pro Stunde
10 Sekundenrund 8 Stundenrund 30 € pro Stunde
30 Sekunden25 Stundenrund 10 € pro Stunde

Die Zeiten sind Annahmen von uns, keine Messwerte. Der Stundenlohn ist nicht das einzige Argument, denn das Anschauen ist für viele der schönste Teil. Wer die Zeit gerade nicht hat, lässt lieber alles scannen und sortiert später am Bildschirm.

Wonach aussortieren: Technik ist nicht das Wichtigste

Naheliegend wäre, alles Unscharfe rauszuwerfen. Eine Arbeit am L3S-Forschungszentrum der Leibniz Universität Hannover spricht dagegen. Die Arbeit von Ceroni aus dem Jahr 2018 ließ 35 Menschen aus eigenen Sammlungen Fotos zum Aufheben auswählen. Die objektive Bildqualität landete auf dem zweitletzten Platz, ganz oben stand, ob ein Bild Erinnerungen weckt. Die Einschränkung: 60 Prozent der Teilnehmenden waren 20 bis 30 Jahre alt und beurteilten eigene, eher neue Bilder.

Daraus ergibt sich unsere Reihenfolge für alte Dias:

  1. Sofort raus: schwarze oder leere Dias und Fehlbelichtungen ohne erkennbares Motiv. Auch das Canadian Conservation Institute rät 2017, technisch misslungene Bilder vor der Aufbewahrung auszusortieren, dort bei Abzügen.
  2. Doppelte: Von zwölf fast gleichen Bildern des Sonnenuntergangs genügen eines oder zwei. Homa und Schlöder empfehlen in ihrer Handreichung für die Archivierung zuhause (2023) für Digitalfotos ähnlich, aus Bildern mit gleichem Motiv ein oder zwei auszuwählen.
  3. Bilder mit Menschen behalten, auch unscharfe. Das einzige Foto der Urgroßmutter schlägt jede scharfe Landschaft.
  4. Landschaften ohne Bezug: Das sind die typischen Kandidaten fürs Aussortieren. Ausnahme: Das Bild zeigt das eigene Dorf oder die Stadt früher.
  5. Unsicher? Behalten Sie es im ersten Durchgang. Es kostet bei MEDIAFIX höchstens 23 Cent.

Sortieren Sie mit jemandem, der sich erinnert. Wer die Kiste geerbt hat, erkennt vielleicht niemanden auf den Bildern. Ein älterer Verwandter kann das ändern. Das ist auch mehr als Pflicht: Eine Metaanalyse von Xu und Kollegen in Frontiers in Psychiatry (2023) mit 27 Studien und 1.755 älteren Menschen fand bei Erinnerungsarbeit mittlere positive Effekte auf Depression (SMD -0,61) und Lebenszufriedenheit (SMD 0,40). Ein systematischer Überblick von Toledano-González und Kollegen (2023) nennt Fotos dafür vielversprechend, fand aber nur sechs Studien dazu. Das waren allerdings meist angeleitete Programme, und das Sortieren alter Dias hat nach unserem Wissen niemand untersucht.

Warum weniger oft mehr ist. In der Studie der Universität Sheffield (2010) konnten 18 Eltern fast 40 Prozent ihrer eigenen digitalen Familienfotos nicht wiederfinden, die älter als ein Jahr waren. Zu viele Bilder waren einer der möglichen Gründe. Zugleich beschrieben Kirk und Sellen (Microsoft Research, 2008) nach Besuchen bei elf Familien, dass tief verstaute Dinge oft aus Pflicht gegenüber der Vergangenheit behalten und kaum angesehen werden. Sie müssen nicht alles aufbewahren, nur weil es einmal jemandem wichtig war.

Vorsicht aber vor Eile: Die Archivare Homa und Schlöder warnen, dass Entscheidungen über Erinnerungsstücke stark gefühlsgeleitet sind und nicht sofort fallen sollten. Aussortiert heißt noch nicht weggeworfen. Legen Sie den Stapel erst einmal zur Seite. Was später damit geschehen kann, steht unter Alte Dias entsorgen oder aufheben?.

So schonen Sie die Dias beim Sortieren

Kein Diaabend mit den einzigen Originalen. Das klingt hart, aber der Projektor ist das größte Risiko für ein Kodachrome-Dia. Wilhelm und Brower nennen in ihrem Standardwerk von 1993 eine empfohlene Gesamtzeit im Projektor von nur 1 Stunde für Kodachrome, 2 Stunden für Agfachrome und 2,5 Stunden für Ektachrome. Eine Broschüre von IFLA und Library of Congress (2002) warnt, Kodachrome könne schon in rund 10 Minuten sichtbar verblassen. Lassen Sie die Dias erst scannen und zeigen Sie dann die Dateien auf dem Fernseher.

Leuchttisch oder Betrachter nur kurz. Auch dort sollten Dias laut dem US National Park Service (1996) nicht länger als nötig liegen. Sortieren Sie nicht auf der Fensterbank, und machen Sie in Etappen weiter.

Hände oder Handschuhe? Hier widersprechen sich die Fachleute. Die Library of Congress nennt saubere Hände oder saubere Nitrilhandschuhe und das Anfassen an den Rändern. Das Sächsische Staatsarchiv (2017) rät zu Baumwollhandschuhen. Bei gerahmten Dias halten Sie den Rahmen, nicht das Bild, dann ist beides in Ordnung.

Stifte. Beschriften Sie Rahmen mit weichem Bleistift, nicht mit Kugelschreiber oder Filzstift, und kleben Sie keine Etiketten darauf (Staatsarchiv, ebenda).

Schimmel oder Essiggeruch? Solche Dias legen Sie getrennt und waschen sich danach die Hände. Das Canadian Conservation Institute rät Menschen mit Asthma, Allergien oder geschwächter Abwehr, Schimmel nicht anzufassen. Fragen Sie das Labor, bevor Sie solche Stücke mitschicken. Ist ein besonderes Bild betroffen, lohnt sich der Scan oft besonders, weil der Zerfall weitergeht.

Bevor die Kiste zum Labor geht

  1. Einen einzigen Magazintyp verwenden, wenn möglich Universalmagazine. Welcher bei Ihnen vorliegt, zeigt der Ratgeber Diaformate erkennen.
  2. Reihenfolge festhalten. Nummerieren Sie Magazine außen, damit die Dateinamen später zur Kiste passen. Fragen Sie das Labor, ob die Reihenfolge erhalten bleibt.
  3. Notizen übernehmen. Daten und Orte auf den Rähmchen scannt ein Labor nicht unbedingt mit. Fotografieren Sie besondere Rahmen mit dem Handy.
  4. Menge prüfen. Liegen Sie knapp unter einer Preisstufe, nehmen Sie lieber noch ein paar Dias dazu.
  5. Probeauftrag. Bei großen Sammlungen lohnt sich eine kleine Probe. Der Anbietervergleich zeigt, wer welche Mengen zu welchem Preis nimmt.

Zu MEDIAFIX: Dias digitalisieren

Wir haben noch keinen dieser Anbieter selbst getestet, die Preise stammen aus ihren Listen. Haben Sie das Sortieren hinter sich, fehlt noch die Sicherung. Wie Sie die Scans schützen, lesen Sie unter Fotos sicher speichern.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich Dias vor dem Digitalisieren sortieren?

Nein, die Labore scannen auch unsortiert. Aussortieren spart aber Geld und führt zu einer Sammlung, in der Sie später eher etwas wiederfinden. Lohnend wird es vor allem, wenn deutlich mehr als die Hälfte wegfällt.

Spart jedes aussortierte Dia Geld?

Nicht immer. Bei MEDIAFIX kosten 500 Dias rechnerisch 115 Euro, 501 Dias aber nur 95,19 Euro, sofern der Staffelpreis für den ganzen Auftrag gilt. So rechnet auch unser Preisrechner. Zwischen 414 und 500 Dias wäre es also günstiger, ein paar mehr zu schicken. Fragen Sie vorher beim Labor nach.

Wie lange dauert das Sortieren?

Gemessene Zahlen haben wir nicht gefunden. Stoppen Sie 100 Dias und rechnen Sie hoch. Bei 10 Sekunden pro Dia brauchen 3.000 Dias rund 8 Stunden.

Wonach sollte ich Dias aussortieren?

Zuerst danach, was Erinnerungen weckt, und erst dann nach der Technik. In einer Studie des L3S-Forschungszentrums in Hannover von 2018 bewerteten Menschen die Erinnerung am höchsten und die technische Qualität weit unten. Wirklich schwarze, leere oder doppelte Dias können natürlich sofort weg.

Kann ich Dias zum Sortieren an die Wand projizieren?

Für einen schnellen Blick nutzen Sie lieber einen Leuchttisch oder Diabetrachter. Kodachrome verblasst im Projektor am schnellsten. Laut Wilhelm und Brower (1993) liegt die empfohlene Gesamtzeit für Kodachrome bei nur einer Stunde.

Soll ich aus den Magazinen sortieren?

Lassen Sie die behaltenen Dias möglichst im Magazin. Bei MEDIAFIX kostet das Umsortieren aus anderen Magazintypen 0,03 Euro pro Dia und bei losen Dias 0,06 Euro. Universalmagazine sind frei.