Kodak Slide N Scan: Lohnt sich der Diascanner?
Was die 22 Megapixel wirklich bedeuten, worin sich die Modelle mit 5 und 7 Zoll unterscheiden und was Tester berichten. Nicht von uns getestet, aber mit allen Quellen.
Von der Redaktion · Aktualisiert am
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Kurz gesagt
Der Kodak Slide N Scan ist ein einfacher Scanner für den Küchentisch: Dia einschieben, Knopf drücken, Bild liegt auf der SD-Karte. Das geht in wenigen Sekunden und ohne PC. Für rund 170 bis 195 Euro bekommen Sie aber keine Archivqualität. Die beworbenen 22 Megapixel sind hochgerechnet, und Tester nennen die Scans weich. Für große Sammlungen rechnen Sie vorher ein Labor durch.
Wichtig vorab: Wir haben den Slide N Scan nicht selbst getestet. Diese Seite fasst Handbücher, Herstellerangaben und veröffentlichte Tests zusammen. Eine gemessene Auflösung haben wir für dieses Gerät nirgends gefunden. Das Gerät kommt auch nicht direkt von Kodak: Laut Kodak ist C+A Global für Herstellung und Verkauf zuständig und nutzt die Marke unter Lizenz.
Die Modelle
| RODFS50 Slide N Scan | RODFS70 Slide N Scan Max | |
|---|---|---|
| Bildschirm | 5 Zoll | 7 Zoll, beweglich |
| Sensor laut Handbuch | 14,0 MP (4.320 × 3.252), 1/2,33 Zoll | 13,0 MP (4.208 × 3.120), 1/3,06 Zoll |
| Ausgabe | 14 oder 22 MP (hochgerechnet) | 14 oder 22 MP (hochgerechnet) |
| Fokus | Fest | Fest |
| Film und Dias | 135, 110, 126, Farbe und Schwarzweiß, Dias in 50-mm-Rahmen | Wie RODFS50 |
| Karte | SD/SDHC bis 32 GB, nicht enthalten | SD/SDHC bis 32 GB, nicht enthalten |
| Anschlüsse | USB-C, HDMI | USB-C, HDMI |
| Im Karton | Halter und Adapter, Pinsel, USB- und HDMI-Kabel | Halter und Adapter, Pinsel, USB-Kabel, kein HDMI-Kabel |
| Netzteil | Nicht enthalten | Nicht enthalten |
Die Angaben stammen aus den Handbüchern RODFS50 und RODFS70. Der Anbieter widerspricht sich aber selbst: In der Vergleichstabelle seines Shops steht auch beim RODFS50 13 MP mit 4.208 × 3.120. Vielleicht gibt es eine Überarbeitung, belegen konnten wir das nicht.
Das größere Modell ist also auf dem Papier nicht das bessere: Sie zahlen vor allem für den Bildschirm. Bei schlechten Augen kann das aber genau der Grund sein. Die ältere Kodak Scanza (RODFS35) ist ein anderes Gerät, nur sie kann laut Handbuch auch Super 8.
Was die 22 Megapixel bedeuten
Auf der Packung steht eine größere Zahl, als der Sensor hergibt. Das Datenblatt nennt 22 MP selbst „Interpolation“. Das Gerät erfindet Pixel also dazu, aber keine Details. Digital Camera World und Lon.TV sehen gegenüber 14 MP keinen echten Gewinn. Bleiben Sie also bei 14 MP, das spart Speicher auf der Karte.
Wie viel Auflösung bleibt rechnerisch? Der Sensor ist 4:3, ein Kleinbild 3:2, und das Gerät schneidet laut Handbuch automatisch zu. Füllt das Bild die volle Breite, ergeben 4.320 Pixel auf 36 mm rund 3.050 dpi und rund 12,4 Megapixel, beim RODFS70 rund 2.970 dpi und rund 11,8 Megapixel. Das sind unsere Rechnungen und eine obere Grenze: Das Objektiv und der echte Bildausschnitt sind nicht bekannt, die sichtbare Schärfe liegt darunter. Wie weit, das hat nach unserem Stand niemand mit Testvorlage veröffentlicht, auch filmscanner.info führt keine Kodak-Geräte. Für andere Geräte zeigt filmscanner.info, wie groß der Abstand sein kann: Der Plustek OpticFilm 8200i wirbt mit 7.200 dpi und schafft dort gemessen rund 3.250. Einordnen hilft der Ratgeber Welche Auflösung für Dias?.
Dazu kommen drei Einschränkungen, die fürs Archiv wichtig sind: Die Handbücher nennen kein Dateiformat, Lon.TV berichtet von JPEG ohne TIFF-Option und sichtbaren Kompressionsspuren. Der Fokus ist fest. Und im Handbuch steht nichts von einem Infrarot-Kanal für die Staubkorrektur, Staub muss also vorher weg, so geht es. Warum das Dateiformat zählt, erklärt JPEG oder TIFF?.
Was Tester berichten
Das sind Eindrücke, keine Messungen, und sie gehen auseinander.
| Quelle | Modell | Lob | Kritik |
|---|---|---|---|
| PC-WELT, August 2026, rund 2.000 Dias | Wohl 7 Zoll | Einfache Bedienung, Einzug läuft meist problemlos | Nichts für maximale Detailschärfe, Farbe nicht perfekt, Einstellungen lassen sich nicht speichern |
| Digital Camera World, November 2023 | 7 Zoll | Unter 2 Sekunden pro Bild | Weiche Bilder, Negative etwas dunkel, Dias etwas hell |
| Lon.TV, Februar 2025 | 5 Zoll | Schnell und einfach | Wenig feine Details, Weißabgleich schwankt |
| iPhone J.D., Februar 2025, über 1.000 Dias, selbst gekauft | 5 Zoll | Zufrieden, 1 bis 2 Sekunden pro Bild | Labor-Scans etwas besser, bei Negativen links und rechts leicht beschnitten |
| Serious Insights, November 2022 | Nicht eindeutig | Bilder bei ihrer Auflösung klar | Staub, bei großen Quadrat-Dias Beschnitt |
testberichte.de führt als einzigen externen Test den von PC-WELT mit 3,5 von 5 Sternen. Von Stiftung Warentest oder c’t haben wir nichts zu diesem Gerät gefunden.
Worauf Sie im Alltag achten müssen
Rahmenstärke. Der Anbieter nennt keine, auch nichts zu Glas. Reflecta und dnt nennen bei ähnlichen Geräten 3,2 mm. Laut PC-WELT laufen dünne Papprahmen gut durch, dickere brauchen deutlich mehr Kraft, und nach einigen hundert Dias tun die Finger weh. Ein Käufer auf der Shop-Seite des RODFS70 meldet Probleme mit 110er-Dias in Plastikrahmen. Bei Glasdias prüfen Sie erst eines, mehr dazu im Ratgeber Gerahmte Dias und Glasdias.
Beschnitt. Das Gerät schneidet je nach Adapter fest auf 3:2, 4:3 oder 1:1 zu. Eine Abschaltung nennt das Handbuch nicht. Wer Motive am Rand hat, schiebt das Dia von Hand mittig oder scannt zweimal. Was das bei Sonderformaten bedeutet, erklärt Diaformate erkennen.
Der falsche Halter. Mit falschem oder fehlendem Adapter können Medien laut Handbuch im Gerät verloren gehen, und die Garantie erlischt.
Löschen. Zweimal auf Löschen zu drücken, entfernt laut Handbuch alle Bilder auf der Karte. Bei Serious Insights kostete das Stunden Arbeit. Kopieren Sie die Karte also regelmäßig auf den Rechner.
Farben. Helligkeit und Farbkanäle lassen sich nur in der Vorschau regeln, und die Einstellungen bleiben nicht gespeichert. iPhone J.D. rät, die Farben hier nicht anzufassen und später am Rechner zu korrigieren, weil Filme ungleichmäßig verblassen.
Kein Scannen zum PC. Laut Handbuch dient USB nur zum Übertragen von der Karte.
Bedienungsanleitung auf Deutsch
Die Download-Seite des Anbieters erwähnt es nicht, deutsche Texte gibt es aber:
- RODFS50: mehrsprachiges PDF, Deutsch auf den Handbuchseiten 50 bis 71.
- RODFS70: rein deutsches PDF auf dem Dateispeicher des Anbieters oder das mehrsprachige PDF.
Die Übersetzung ist holprig, und auf den Bildschirmen bleiben manche Wörter englisch.
Was es kostet
| Quelle | Modell | Preis | Hinweis |
|---|---|---|---|
| heise preisvergleich | RODFS50, 5 Zoll | ab 168,99 € | Händler über Amazon Marketplace, andere Shops bis 223 € |
| CHECK24 | RODFS70, 7 Zoll | ab 194,99 € | Preis auf der Übersichtsseite, ohne Zeitstempel |
Dazu kommen eine SD-Karte und gegebenenfalls ein Netzteil. Für das 5-Zoll-Modell führt der Preisvergleich ein Angebot über den Amazon Marketplace an, den Preis auf Amazon selbst konnten wir nicht lesen. Hier geht es zum Angebot bei Amazon.
Lohnt es sich bei Ihrer Menge?
Die 2 Sekunden pro Bild sind nur die reine Scanzeit. Einlegen, Prüfen und Nachschieben kommen dazu: Ein Käufer auf der Shop-Seite nennt gut 200 Dias in „ein paar Stunden“. Nimmt man zwei Stunden an, wären das rund 36 Sekunden pro Dia, eine sehr grobe Schätzung aus einem einzigen Bericht. Rechnen Sie mit Ihren eigenen Annahmen nach:
Rechner · Selbst scannen oder scannen lassen?
Laborpreis: MEDIAFIX Standard+ mit Download und Versand. 3 bis 6 Minuten pro Scan nennt c't Fotografie für Spitzenergebnisse, die 1-Minuten-Stufe und der Stundenwert sind unsere Annahmen. Ändern Sie beides nach Belieben.
Für ein paar hundert Dias, die Sie einmal sichten wollen, kann sich das Gerät lohnen, besonders wenn es danach weitergegeben wird. Vor dem Kauf lohnt sich aber der Blick auf dm und Rossmann, wo kleine Mengen sehr günstig sind. Bei mehreren tausend Dias oder wenn es Ihr einziges Archiv ist, passt ein Labor meist besser, wie der Preisrechner und der Anbietervergleich zeigen. Ein Gerät können Sie auch mieten.
Andere Geräte im Vergleich
| Gerät | Auflösung | Formate | Einzug | PC nötig? | Note | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Reflecta x44-ScanUnsere erste Wahl für Einsteiger | 4.920 × 3.280 Pixel (16 MP), interpoliert bis 6.000 × 4.000 | Kleinbild-Dias, Kleinbild-Negative | Halter von Hand: bis 4 gerahmte Dias oder Streifen mit bis zu 6 Bildern | Ohne PC, 7-Zoll-Display, SD-Karte bis 128 GB (separat kaufen) | 1,4 (nur ein Test: fotoMAGAZIN 11/2024) | ab ca. 162 €bei Amazon ansehen |
| Reflecta x33-ScanGünstiger, gleiche Bauart | 4.608 × 3.072 Pixel (15,3-MP-Sensor) | Kleinbild-Dias, Kleinbild-Negative, Schwarzweiß | Halter von Hand: gerahmte Dias bis 3,2 mm, Streifen mit bis zu 6 Bildern | Ohne PC, 5-Zoll-Display, SD-Karte bis 128 GB (separat kaufen) | 1,7 | ab ca. 130 €bei Amazon ansehen |
| Kodak Slide N ScanEinfachste Bedienung laut PC-WELT | 14 MP, interpoliert auf 22 MP | 50-mm-Dias, Farb- und S/W-Negative 110, 126, 135 | Halter von Hand | Ohne PC, 5- oder 7-Zoll-Display, SD-Karte nur bis 32 GB (separat kaufen) | 2,2 | ab ca. 168 € (5 Zoll)bei Amazon ansehen |
| Reflecta x66-ScanWenn auch Mittelformat dabei ist | 4.584 × 3.056 Pixel (14 MP), interpoliert auf 22 MP | Dias und Negative, auch Rollfilm Typ 120, 127, 135 | Halter von Hand: 35-mm-Streifen, 120er-Streifen, gerahmte 5×5-Dias | Ohne PC, Display, HDMI-Ausgang, SD-Karte (separat kaufen) | 2,6 | ab ca. 184 €bei Amazon ansehen |
| Plustek OpticFilm 8200i SEFilmscanner mit Infrarot-Staubkorrektur | 7.200 dpi laut Hersteller, effektiv rund 3.250 ppi laut testberichte.de | Kleinbild-Dias, Kleinbild-Negative | Filmhalter und Schlitten von Hand | Arbeitet nur mit PC und Scan-Software | 1,4 | ab ca. 374 €bei Amazon ansehen |
| Reflecta DigitDia evolutionMagazin-Scanner für große Mengen | 4.608 × 3.072 optisch (15,3 MP), interpoliert 5.760 × 3.840 | Gerahmte Kleinbild-Dias | Automatisch aus dem Magazin (CS, Universal, LKM), 50 Dias | Ohne PC, SD-Karte, HDMI-Ausgang, nur JPEG | keine Note in der Übersicht | ab ca. 1.839 €bei Amazon ansehen |
Die Einordnung und unsere Empfehlung stehen im Diascanner-Vergleich, weitere Wege im Überblick Dias selbst digitalisieren. Für Negative beachten Sie auch den Ratgeber Negativscanner. Sobald wir eigene Testaufträge abgeschlossen haben, ergänzen wir unsere Messwerte.
Häufig gestellte Fragen
Ist der Kodak Slide N Scan gut?
Für schnelles Sichten und Bilder am Bildschirm berichten Tester Brauchbares, für feine Details nicht. PC-WELT lobt die Bedienung, nennt die Bildqualität aber nicht die beste. Digital Camera World und Lon.TV finden die Scans weich. Eine gemessene Auflösung haben wir nicht gefunden, und selbst getestet haben wir das Gerät nicht.
Hat der Kodak Slide N Scan wirklich 22 Megapixel?
Nein. Die 22 Megapixel sind hochgerechnet, sagt das Datenblatt des Anbieters. Der Sensor hat laut Handbuch beim 5-Zoll-Modell 14 Megapixel, beim 7-Zoll-Modell 13. Tester sehen bei 22 Megapixeln keinen echten Gewinn.
Was ist der Unterschied zwischen RODFS50 und RODFS70?
RODFS50 hat einen 5-Zoll-Bildschirm, RODFS70 (Slide N Scan Max) einen 7-Zoll-Bildschirm und einen auf dem Papier kleineren Sensor: laut Handbuch 13 statt 14 Megapixel und 1/3,06 statt 1/2,33 Zoll. Beim RODFS50 liegen HDMI-Kabel bei, beim RODFS70 nicht. Filme und Formate sind gleich.
Gibt es eine deutsche Bedienungsanleitung?
Ja, auch wenn die Download-Seite des Anbieters das nicht sagt. Für den RODFS50 steht der deutsche Teil auf den Seiten 50 bis 71 des mehrsprachigen PDFs. Für den RODFS70 liegt ein rein deutsches PDF auf dem Dateispeicher des Anbieters. Die Links stehen auf dieser Seite.
Kann der Kodak Slide N Scan Glasdias scannen?
Dazu sagt der Anbieter nichts, auch nichts zur maximalen Rahmenstärke. Reflecta und dnt nennen bei ähnlichen Geräten 3,2 mm. PC-WELT berichtet, dass dickere Rahmen deutlich mehr Kraft beim Einschieben brauchen. Bei vielen Glasdias prüfen Sie erst ein einzelnes.
Welche SD-Karte brauche ich?
Der Anbieter nennt SD oder SDHC bis 32 GB, SDXC als nicht kompatibel. Eine Karte liegt nicht bei, und ohne Karte läuft das Gerät nicht. Einzelne Tester berichten, dass auch 128-GB-Karten funktionierten. Darauf würden wir uns nicht verlassen.
Kann man mit dem Kodak Slide N Scan direkt auf den PC scannen?
Laut Handbuch nein. Über USB überträgt das Gerät nur die Dateien von der Karte, und währenddessen lässt sich nicht scannen.
Kann der Kodak Slide N Scan Super 8?
Laut den Handbüchern nein. Super 8 und 8 mm kann die Kodak Scanza (RODFS35). Der Slide N Scan ist für 135, 110 und 126 sowie Dias in 50-mm-Rahmen gedacht.