Dias abfotografieren mit Kamera oder Smartphone
Dias abfotografieren statt scannen: Was Sie dazu brauchen, wie der Aufbau aussieht, welche Blende passt und wann ein Handy oder ein Dia-Duplikator reicht.
Von der Redaktion · Aktualisiert am
Kurz gesagt
Zum Abfotografieren brauchen Sie eine Kamera mit Makroobjektiv, eine gleichmäßig leuchtende Fläche und einen stabilen Halter. Mit guter Kamera ist das eine ernsthafte Alternative zum Scanner, und jedes Dia dauert nur Sekunden. Das Smartphone reicht zum Sichten. Wer die Kamera nicht schon besitzt, ist mit Scanner oder Labor meist günstiger dran.
Was Sie brauchen
| Teil | Wozu | Hinweis |
|---|---|---|
| Kamera | Nimmt das Dia auf | Je mehr Megapixel, desto besser. Ein Handy geht zum Sichten |
| Makroobjektiv 1:1 | Füllt das Bild mit dem kleinen Dia | Möglichst lange Brennweite empfiehlt fotowissen.eu |
| Leuchtplatte | Beleuchtet das Dia von hinten | Sie muss hell und gleichmäßig sein |
| Halter | Hält das Dia plan | Aus dem Fachhandel oder selbst gebaut |
| Reprostativ | Kamera steht senkrecht | Für gelegentliche Einsätze geht auch ein Dreibeinstativ |
| Blasebalg, Antistatik-Tuch, Baumwollhandschuhe | Gegen Staub und Fingerabdrücke | Vor dem Fotografieren reinigen |
| Spiegel, Wasserwaage | Zum genauen Ausrichten | Damit die Ränder gerade werden |
Schritt für Schritt
- Raum abdunkeln. So stört kein Licht von oben, und auf dem Dia entstehen keine Spiegelungen.
- Leuchtplatte hinlegen, Halter darauf. Legen Sie zum Test ein unwichtiges Dia ein.
- Kamera senkrecht ausrichten. Prüfen Sie mit Wasserwaage oder Spiegel, ob Kamera und Dia parallel stehen.
- Scharfstellen. Am besten von Hand, mit vergrößerter Live-Ansicht.
- Blende wählen. fotowissen.eu nennt rund f/8 bei Vollformat und f/6,3 bis f/7,1 bei APS-C. Weiter abblenden macht das Bild wegen der Beugung nicht unbedingt besser.
- Auslösen ohne Wackeln. Mit Fernauslöser oder Selbstauslöser. Wenn möglich, in RAW aufnehmen, das lässt mehr Spielraum bei den Farben.
- Dia wechseln, fertig. Staub prüfen, nächste Aufnahme. Nach jeder Serie die Stichprobe am großen Bildschirm ansehen.
Mit dem Smartphone
Stellen Sie das Dia auf einen hellen, weißen Bildschirm oder eine Leuchtplatte, und halten Sie das Handy mit einer Halterung ruhig. Gehen Sie nicht zu nah heran, sondern nutzen Sie die Telekamera, wenn es eine gibt, und schneiden Sie danach zu. Das ergibt schöne Erinnerungen zum Verschicken, aber kein vollwertiges Archiv. Papierfotos lassen sich mit einer App einfacher erfassen, mehr dazu unter Fotos scannen mit dem Handy.
Dia-Duplikator als Abkürzung
Ein Duplikator wird in das Objektivgewinde geschraubt und hält das Dia vor der Kamera. Der Kaiser Dia-Duplikator Digital etwa passt laut Händler auf 52-mm-Gewinde, ein Adapterring für 58 mm liegt bei. Er kostete zuletzt 73,90 Euro (UVP 99 Euro), war bei Calumet aber ausverkauft. test.de nannte solche Lösungen 2005 einen Notbehelf: Das Dia werde nicht immer formatfüllend erfasst, und die gleichmäßige Ausleuchtung sei schwer. Die Tester rieten eher zum Scanner.
Abfotografieren oder scannen?
Abfotografieren lohnt sich, wenn Sie die Kamera und das Objektiv schon besitzen, gerne basteln und viele Dias in kurzer Zeit erfassen wollen.
Ein Scanner ist besser, wenn Sie alles einfach und ohne Aufbau haben möchten. Die Geräte stehen im Diascanner-Vergleich, und einen Magazin-Scanner können Sie auch mieten.
Ein Labor ist besser, wenn es viele Dias sind und Sie die Stunden lieber anders verbringen. Die Preise stehen im Preisrechner und im Ratgeber Dias digitalisieren lassen. Alle drei Methoden stellt der Ratgeber Dias selbst digitalisieren gegenüber.
Noch nicht selbst ausprobiert: Die Angaben zu Aufbau und Blende stammen aus den genannten Quellen. Wir haben diese Methode noch nicht in einem eigenen Vergleich getestet.
Häufig gestellte Fragen
Kann man Dias einfach abfotografieren?
Ja. Sie brauchen eine gleichmäßig leuchtende Fläche, einen Halter für das Dia und eine Kamera, die genau senkrecht darüber steht. Mit Makroobjektiv und Stativ kann das sehr gute Ergebnisse liefern, wenn der Aufbau einmal stimmt.
Reicht das Smartphone zum Abfotografieren?
Zum Sichten und zum schnellen Teilen ja. Für ein Archiv fehlt den meisten Handys die Nähe und die gleichmäßige Abbildung bis in die Ecken. Machen Sie einen Versuch mit wenigen Dias und prüfen Sie das Ergebnis am großen Bildschirm.
Taugt ein Dia-Duplikator als Vorsatz fürs Objektiv?
Er ist günstig und einfach. test.de nannte solche Vorsätze allerdings schon 2005 einen Notbehelf, weil das Dia oft nicht formatfüllend abgebildet und schwer gleichmäßig ausgeleuchtet wird. Das Urteil ist alt und betrifft andere Kameras als heute, ein Probelauf lohnt sich also.
Ist Abfotografieren schneller als Scannen?
Wenn alles aufgebaut ist, ja, denn jede Aufnahme dauert nur Sekunden. Dafür kostet der Aufbau Zeit, und Sie müssen die Bilder danach noch ausrichten und je nach Kamera bearbeiten.